KI-Bilder kostenlos erstellen: Was die Gratisstufen wirklich hergeben
Sieben Wege zum Bild ohne Abo, von Copilot über Gemini bis zum eigenen Rechner. Wie viele Bilder drin sind, wer die Motive sehen kann, und wann ein Gratisbild im Firmenauftritt zum Risiko wird.

Dieser Beitrag ist ein Überblick auf Grundlage von Anbieterangaben, Dokumentation und öffentlich zugänglichen Berichten, kein benoteter Test aus eigener Hand. Preise und Funktionen ändern sich schnell; maßgeblich sind die Angaben des Anbieters. Benotet wird nur, was wir selbst über Wochen im Einsatz hatten: diese Werkzeuge stehen unter KI-Tools im Vergleich.
Kostenlos heißt fast immer: mit Konto und mit Kontingent
Wer „KI-Bilder kostenlos erstellen“ sucht, findet Dutzende Angebote, und fast alle funktionieren nach demselben Muster: Anmeldung mit E-Mail oder Konto eines großen Anbieters, dann ein Kontingent, das täglich oder monatlich neu aufgefüllt wird. Echte Nutzung ohne Anmeldung gibt es kaum noch, und wo sie angeboten wird, ist die Qualität meist eine Generation zurück.
Die Kontingente selbst sind beweglich. Die meisten Anbieter nennen keine feste Zahl, sondern passen die Grenze an die Auslastung an; was im Frühjahr galt, kann im Herbst halbiert sein. Die Zahlen in diesem Beitrag sind deshalb Größenordnungen, Stand September 2026.
Wichtiger als die Zahl sind drei andere Fragen: Wer kann die erzeugten Bilder sehen? Darf ich sie geschäftlich verwenden? Und was passiert mit meinen Eingaben? Bei diesen drei Punkten unterscheiden sich die Gratisstufen stärker als bei der Bildqualität.
Die Assistenten: Gemini, ChatGPT und Copilot
Der bequemste Weg führt über einen Assistenten, den viele ohnehin nutzen. In der kostenlosen Gemini-App erzeugt Googles Bildmodell „Nano Banana“ nach Berichten bis zu rund 20 Bilder am Tag; die stärkere Pro-Variante gibt es erst ab dem Abo Google AI Plus, das in Deutschland 4,99 Euro im Monat kostet. Jedes Bild trägt ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen, das es als KI-Bild ausweist. Mehr zum Assistenten selbst steht in unserem Test von Gemini.
ChatGPT erzeugt auch im Gratistarif Bilder, aber nur wenige am Tag. OpenAI nennt keine feste Zahl, Nutzer berichten von zwei bis drei Bildern innerhalb von 24 Stunden. Seit Ende August 2026 blendet ChatGPT im Gratistarif und im günstigen Go-Tarif zudem in Deutschland Werbung ein.
Am großzügigsten ist derzeit Microsoft. Der Bing Image Creator, auch in Copilot eingebaut, erlaubt nach Microsofts Hilfeseite 15 schnelle Bilder am Tag, danach geht es langsamer weiter, bis zu einer Obergrenze von 200 Eingaben in 24 Stunden. Die Nutzungsbedingungen erlauben ausdrücklich jede rechtmäßige Verwendung, auch die kommerzielle. Nötig ist ein Microsoft-Konto.
Die Spezialisten: Firefly, Ideogram, Canva und Leonardo
Adobe Firefly, in unserer Kategorie KI-Bildgeneratoren auf dem ersten Platz, bietet kostenlose tägliche Generierungen auf einer Auswahl von Modellen; eine Zahl nennt Adobe nicht mehr. Der eigentliche Vorteil liegt woanders: Adobe trainiert seine eigenen Modelle auf lizenziertem Material und bewirbt sie als sicher für die kommerzielle Nutzung. Für Bilder, die später auf einer Firmenseite landen, ist das die beste Ausgangslage im Gratisfeld. Der Standardtarif mit 2.000 Credits kostet rund 10 Dollar im Monat.
Ideogram ist die erste Adresse, wenn Schrift im Bild stehen soll, auf Plakaten, Einladungen oder Social-Media-Kacheln. Die Gratisstufe liefert nur wenige langsame Generierungen, und die Bilder sind öffentlich in der Galerie des Dienstes zu sehen. Für ein Produktmotiv vor dem Launch ist das ein Ausschlusskriterium.
Canva gibt Nutzern ohne Abo nach Berichten 20 KI-Nutzungen im Monat, die sich alle KI-Funktionen teilen, Bildgenerierung eingeschlossen. Leonardo vergibt nach Berichten täglich 150 Tokens, genug für einige Dutzend Bilder; auch hier sind Gratisbilder öffentlich.
Midjourney: kein Gratiszugang
Die Frage kommt oft, die Antwort ist kurz: Midjourney hat seit 2023 weder eine Gratisstufe noch eine Testphase. Der günstigste Tarif kostet 10 Dollar im Monat, bei jährlicher Zahlung 8 Dollar. Angebote, die „Midjourney kostenlos“ versprechen, sind entweder Drittdienste mit anderen Modellen oder schlicht Werbung.
Zu beachten ist auch im Bezahltarif: Bilder aus den kleineren Stufen erscheinen in der öffentlichen Galerie. Den privaten Modus gibt es erst in den teureren Abos. Wer mit Midjourney Kundenmotive entwickelt, braucht also nicht den günstigsten Tarif.
Unbegrenzt und privat: Stable Diffusion auf dem eigenen Rechner
Der einzige Weg ohne Kontingent, ohne Konto und ohne dass ein Bild den eigenen Rechner verlässt, ist ein offenes Modell wie Stable Diffusion oder Flux, betrieben mit einer Oberfläche wie ComfyUI oder Forge. Die Software kostet nichts, die Rechnung zahlt die Grafikkarte.
Als Faustregel für den Grafikspeicher: Stable Diffusion 1.5 läuft ab etwa 4 GB, SDXL braucht mindestens 8 GB und arbeitet mit 12 GB flüssig, Flux.1 in voller Genauigkeit verlangt 12 bis 16 GB; komprimierte Fassungen kommen mit weniger aus. Ohne passende Karte hilft ein Mietrechner in der Cloud, dann ist es aber nicht mehr kostenlos.
Der Preis ist die Einarbeitung. In unserem Test erhielt Stable Diffusion für die Bedienung nur 2,9 von 5 Punkten, für Preis-Leistung und Datenschutz dagegen die Bestwerte des Feldes. Wer regelmäßig viele Bilder braucht und eine Woche Einarbeitung nicht scheut, fährt damit auf Dauer am günstigsten. Wie man Sprachmodelle ähnlich lokal betreibt, steht im Beitrag über lokale KI.
Rechte, Sichtbarkeit, Kennzeichnung
Drei Dinge sollten Sie klären, bevor ein Gratisbild öffentlich wird. Erstens die Sichtbarkeit: Bei Ideogram, Leonardo und Midjourney sind Bilder aus den günstigen Stufen öffentlich, samt der Beschreibung, mit der sie entstanden sind. Zweitens die Nutzungsbedingungen: Manche Anbieter erlauben die kommerzielle Verwendung auch im Gratistarif, andere nur mit Abo, und die Regel gilt meist für den Zeitpunkt der Erzeugung.
Drittens das Urheberrecht. Ein Bild, das ohne nennenswerten menschlichen Gestaltungsanteil entsteht, ist nach herrschender Auffassung in Deutschland kein geschütztes Werk, weil das Gesetz eine persönliche geistige Schöpfung verlangt. Sie dürfen es also verwenden, können aber anderen kaum verbieten, es ebenfalls zu tun. Für ein Logo oder ein zentrales Markenmotiv ist das ein schlechtes Fundament.
Hinzu kommt seit dem 2. August 2026 die Transparenzpflicht des AI Act: Wer realistisch wirkende Bilder echter Personen, Orte oder Ereignisse veröffentlicht, muss sie als künstlich erzeugt kennzeichnen. Eine allgemeine Pflicht, jede Illustration zu markieren, gibt es nicht. Die Prüfpunkte für den Firmeneinsatz stehen im Beitrag zu DSGVO und AI Act.
Welcher Weg für wen
Für gelegentliche private Bilder reichen Gemini oder Copilot völlig aus, beide ohne zusätzliches Konto, wenn man ohnehin eines bei Google oder Microsoft hat. Für Beiträge eines kleinen Betriebs in sozialen Netzwerken ist Firefly der sicherste Einstieg; reicht das Tageskontingent nicht, ist der Standardtarif die günstigste saubere Lösung.
Wer Schrift im Bild braucht, testet Ideogram, wer viele Bilder und volle Kontrolle will, richtet Stable Diffusion ein. Und wer einen unverwechselbaren Bildstil sucht, landet früher oder später beim Bezahltarif von Midjourney. Wie weit die Gratisstufen in anderen Bereichen tragen, steht im Beitrag über kostenlose KI-Tools; wie aus einem Bild ein bewegter Clip wird, im Ratgeber Bild zu Video mit KI.
Kurzfassung: Copilot ist mit 15 schnellen Bildern am Tag die großzügigste Gratisstufe, Gemini die bequemste, Firefly die rechtlich sicherste. Ideogram für Schrift im Bild, Stable Diffusion für unbegrenzte und private Bilder auf eigener Hardware. Midjourney gibt es nur im Abo. Bei Gratisbildern vorab klären: Sichtbarkeit, kommerzielle Nutzung und Kennzeichnung.
Im Beitrag erwähnte Tools
Zu jedem Werkzeug gibt es einen ausführlichen Testbericht mit Noten und Preisen.
Adobe Firefly
AdobeRechtlich saubere Bild-KI, die dort sitzt, wo Gestalter ohnehin arbeiten.
Ideogram
Ideogram AIDer Spezialist, wenn lesbare Schrift ins Bild muss.
Stable Diffusion
Stability AI / Open SourceOffene Modelle für den Betrieb auf eigener Hardware, maximale Kontrolle, maximaler Aufwand.
Midjourney
MidjourneyDie schönsten Bilder im Test, mit dem eigenwilligsten Bedienkonzept.
Gemini
GoogleDie naheliegende Wahl für alle, die ohnehin im Google-Ökosystem arbeiten.
ChatGPT
OpenAIDer Allrounder mit dem größten Funktionsumfang und dem breitesten Ökosystem.
Jean-Marc Mihoc arbeitet täglich mit KI-Werkzeugen und testet sie hier mit selbst bezahlten Zugängen an echten Arbeitsaufgaben, statt an Demos. Er schreibt auf, was dabei herauskommt, auch wenn es unspektakulär ist, und sagt bei jedem Werkzeug dazu, für wen es sich nicht lohnt.


